Über Funktionieren, Anpassung und die leise Grenze des Denkens
Man lebt im Alltag mit der stillschweigenden Annahme, dass Menschen im Großen und Ganzen vernünftig handeln. Dass Systeme lernen. Dass Irrtümer korrigiert werden, wenn sie sichtbar genug sind. Diese Annahme ist nicht naiv. Sie ist notwendig. Ohne sie ließe sich kaum zusammenleben.
Kultur existiert genau aus diesem Grund. Sie reduziert Komplexität, entlastet Entscheidungen, schafft gemeinsame Erwartungen. Sie erlaubt Koordination, ohne dass alles ständig neu ausgehandelt werden muss. In diesem Sinne ist Kultur keine Täuschung, sondern eine kognitive Infrastruktur. Sie macht die Welt begehbar.
Und doch ist genau hier die Bruchlinie.
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