Schwierige Gespräche in der Schule üben: der Konflikt-Simulator, Schul-Edition

Lesedauer: 4 Minuten

Ein Elterngespräch über Mobbing. Eine Note, die als ungerecht erlebt wird. Das Gespräch mit dem eigenen Kind, das nicht erzählen will, was in der Pause passiert. Solche Gespräche entscheiden sich oft in den ersten zwei Sätzen — und genau die lassen sich üben, bevor es ernst wird.

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Was der Konflikt-Simulator macht

Der Konflikt-Simulator ist ein Coaching-Werkzeug für Kommunikation, in zwei Teilen. Sein Ausgangspunkt: Kommunikation ist kein Problem, das man löst, sondern eine Beziehung, die man gestaltet — gerade zwischen Lehrkraft und Eltern, die sich nach dem Gespräch weiter begegnen.

Auf der Website bereiten Sie vor. Zuerst die Lage: fünf Häkchen nach Friedrich Glasls Eskalationsstufen — grün heißt, Sie können das Gespräch selbst führen; orange: planen Sie eine neutrale dritte Person ein (Vertrauenslehrkraft, Schulsozialarbeit, Streitschlichtung); rot: zuerst Hilfe, nicht allein in die Konfrontation. Dann der Rahmen auf einer Seite und Ihre eigenen Worte: Sie schreiben, wie Sie es sagen würden, und das Werkzeug fragt dort nach, wo ein Satz vorhersehbar in die Verteidigung führt — „immer“, „nie“, „Sie sind“, das „aber“ nach dem Zugeständnis, die Forderung im Gewand einer Bitte. Jeder Hinweis trägt eine Zeile „Hintergrund“, woher er kommt. Am Ende steht Ihr Einstieg aus Anlass, Wirkung und Bitte, dazu „Wenn die andere Person sagt …“: Sie wählen den Satz, vor dem Ihnen graut — „Das stimmt doch gar nicht“ —, und haben eine ruhige Antwort parat, bevor er fällt, und einen Satz zum Neuanfang, falls es trotzdem kippt. Regelbasiert, ohne KI, ohne Konto, nichts wird gespeichert.

Im Übungs-Bot auf Telegram (ab 18) sagen Sie den Satz dann einem Gegenüber, das reagiert wie Menschen in schwierigen Gesprächen reagieren: abwiegeln, Gegenvorwurf, Rückzug — so hart, wie die Eskalationsstufe es vorgibt, und weicher, wenn Sie bei der Sache bleiben, zuhören und reparieren. Vorher fragt der Bot nach Ihrem eigenen Maßstab: Woran merken Sie hinterher, dass es ein gutes Gespräch war? Eine kleine Anzeige unter Ihren Sätzen zeigt, was Sie gerade tun — beobachten, zuhören, reparieren — und wie offen Ihr Gegenüber noch ist. Mittendrin können Sie eine Auszeit nehmen und sich mit einem Coach sortieren (Sam, Lena oder Jonas — wie es Ihnen lieber ist); er nimmt pro Auszeit genau eine Perspektive — die Lage, Sie selbst, die andere Seite, das Sagen, das Zuhören, Reparieren und Vereinbaren — und erklärt sie in Alltagsworten. Zehn Erklärkarten kommen, wenn der Moment da ist. Danach: Seitenwechsel (Sie antworten zwei Runden als Ihr Gegenüber), „nochmal ruhiger“ oder „nochmal härter“, und eine Auswertung, die zuerst an Ihrem Maßstab misst und dann zählt, was Sie getan haben — mit Ihren eigenen Worten als Grundlage.

Die Grundlage ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg (cnvc.org, im deutschsprachigen Raum fachverband-gfk.org); ich bin kein vom CNVC zertifizierter Trainer. Das Werkzeug geht darüber hinaus, wo andere Ansätze es reicher oder einfacher machen: Watzlawick, Schulz von Thun, Gordon, Glasl, das Harvard-Konzept, Gottman und Gollwitzers Wenn-dann-Pläne.

Die Schul-Edition

Für Erwachsene rund um Schule: Lehrkräfte, Eltern und Schulsozialarbeit. Die Schul-Edition bringt eigene Gegenüber und Themen mit:

  • Als Lehrkraft mit Eltern, mit Schüler:innen, im Kollegium, mit der Schulleitung
  • Als Elternteil mit der Lehrkraft, mit anderen Eltern, mit dem eigenen Kind
  • In der Schulsozialarbeit mit Schüler:innen

Themen: Mobbing, Cybermobbing und Klassenchat, Noten und Bewertung, Verhalten im Unterricht, Absprachen und Fehlzeiten, Beschwerden und Vorwürfe, Förderbedarf und Inklusion, Konferenzen und Ordnungsmaßnahmen.

Worauf sie besonders achtet

  • Bei Mobbing zuerst der Schutz des betroffenen Kindes. Coach und Auswertung schlagen nie vor, betroffenes Kind und mobbende Kinder zur „Aussprache“ zusammenzusetzen. Sie achten darauf, dass Verhalten beschrieben wird statt Etiketten („Täter“, „Opfer“), und dass am Ende ein konkreter nächster Schritt und ein Termin zum Nachfassen stehen.
  • Kinder werden altersgerecht gespielt — und die Verantwortung für das Gespräch bleibt beim Erwachsenen.
  • Kinderschutz wird nicht geübt. Geht es um Gewalt gegen ein Kind, Missbrauch, Vernachlässigung oder Selbstverletzung, hält der Bot an und nennt Stellen, die jetzt helfen: Nummer gegen Kummer 116 111, Elterntelefon 0800 111 0 550, Hilfetelefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 — und für Lehrkräfte und Schulsozialarbeit die Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft über das Jugendamt, bevor mit Eltern oder Kind gesprochen wird.

Datenschutz und Grenzen

Der Bot arbeitet mit einem Sprachmodell, das auf eigenen Servern in Deutschland läuft. Das Übungsgespräch wird nach der Auswertung gelöscht; echte Namen braucht es nicht. Deutsch, Englisch und Spanisch. Drei Gespräche am Tag sind kostenlos, danach Pakete über Telegram Stars. Geht es um Gewalt, Drohungen oder darum, nicht mehr zu können, halten Website und Bot an und nennen Stellen, die jetzt helfen.

Die Schul-Edition ist für Erwachsene gedacht. Schüler:innen schicken wir nicht in den Bot: Telegram erlaubt die Anmeldung in der EU erst ab 18. Für sie ist die Website da — kostenlos, ohne Konto, nichts wird gespeichert; was das für Jugendliche heißt, steht hier für Schüler:innen. Die Schul-Edition ersetzt keine Beratung, keine Schulpsychologie und keine rechtliche Auskunft — sie ist ein Ort, an dem der erste Satz schon einmal gesagt wurde, bevor er zählt.

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Ohne KI im Browser: konflikt-simulator.de → (für Schüler:innen: konflikt-simulator.de/jugend)
Fragen dazu, oder Interesse für Ihr Kollegium? In Kontakt kommen →

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